BSI fürchtet „enorme finanzielle Auswirkungen“ durch IT-Gefahren

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt in seinem ersten Bericht zur Lage der IT-Sicherheit vor neuen Formen der Bedrohung für die Sicherheit von IT-Systemen. Es betrachtet dabei nicht nur Deutschland, sondern riskiert dabei auch einen Blick über den nationalen Tellerrand hinaus - ins Ausland, denn angesichts der umfassenden Vernetzung über das Internet bleibt die Gefahr nicht auf Deutschland begrenzt. Innerhalb kürzester Zeit können "globale Computer-Epidemien mit enormen finanziellen Auswirkungen für die Wirtschaft und jeden einzelnen von uns" auftreten - so die Prognose des BSI

Das aktuelle Schlagwort der Sicherheitsexperten heißt "Bot-Netz". Dabei infizieren Hacker eine ganze Reihe von Computern mit Hilfe Trojanischer Pferde und übernehmen die Kontrolle über die Systeme. In der Folge können sie von diesen Systemen Viren verbreiten und Spam-eMails verschicken, und das ganze, ohne das es Benutzer davon weiß. Im ersten Halbjahr 2004 bestanden solche Bot-Netze aus durchschnittlich mehr als 30 000 Computern. In der zweiten Jahreshälfte 2004 ging die Zahl auf 5000 Computer zurück – wofür laut BSI vor allem die fachgerechte Installation von Sicherheits-Patches für das Betriebssystem Microsoft Windows XP (Professional und/oder Home) verantwortlich war.

Der BSI-Bericht lenkt die Aufmerksamkeit auch auf die zunehmende Wirtschaftsspionage via Internet. Die Methoden zum Ausspähen und Manipulieren von Daten würden immer professioneller. Insgesamt erwartet das BSI in seinem 52 Seiten langen Bericht einen deutlichen Anstieg von Internet-Schädlingen wie Viren, Würmern und Spam. Dies sei nicht zuletzt auf die Einführung neuer Techniken wie VoIP, WLAN und Mobilfunkkommunikation zurückzuführen, die mit ihrem Einzug in den Massenmarkt zunehmend Ziel von Angriffen werden.

Obwohl den meisten Computer- und Internetnutzern die Gefahren bekannt seien, mangelt es nach Beobachtung des BSI an den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen. Dies gelte vor allem auch für Unternehmen. Zwar sei dort in der Regel ein ausreichendes Sicherheitsbewusstsein vorhanden, dennoch ergriffen viele Unternehmen oft erst Maßnahmen zur Sicherung ihrer Netze, wenn schon etwas passiert sei. Diesem Verhalten muss laut BSI dringend entgegengewirkt werden.
Quelle: BSI

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Weitere Informationen zu diesem Thema:

  1. Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2005:
    http://www.bsi.de/literat/lagebericht/lagebericht2005.pdf
    Die erste Ausarbeitung des aktuellen Stands der IT-Sicherheit in Deutschland.
     
  2. BSI-Portal zur IT-Sicherheit:
    http://www.bsi-fuer-buerger.de
    Sicherheitsportal des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik.

 

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